Thermo Akustik Vorhänge mit PCM und Aerogel: Fenster werden zu passiven Energiespeichern

Steigende Heizkosten und Stadtlärm zugleich reduzieren – kann ein Vorhang das wirklich? Ja, wenn er mehr kann als nur abdunkeln. Vorhänge mit Phasenwechselmaterial PCM und Aerogel Vlies speichern Wärme, bremsen Kaltluftabfall am Fenster und schlucken Hall. Ideal für Altbauten, Tiny Homes und Homeoffice Zonen.

Was ist ein PCM Aerogel Vorhang

Ein mehrlagiger Funktionsvorhang, der thermische und akustische Aufgaben kombiniert.

  • Fronttextil: dicht gewebter Dekostoff 300 bis 400 g pro m2, farb und lichtbeständig
  • PCM Lage: mikroverkapseltes Bio PCM Schmelzpunkt 22 bis 26 °C, Kapazität typ. 25 bis 50 Wh pro m2 je nach Flächengewicht
  • Aerogel Vlies: 8 bis 10 mm Silica Aerogel, Lambda 0,017 W pro m K, R Wert ca. 0,5 m2 K pro W
  • Akustik Futter: offenzelliger Polyester 3 mm, verbessert Absorption im Sprachbereich
  • Rückenstoff: lichtstreuendes Gewebe, schützt die Funktionslagen

Wie wirkt das am Fenster

1. Wärmepuffer durch PCM

Bei Raumwärme nimmt das PCM latent Wärme auf und gibt sie zeitversetzt wieder ab. Das glättet Temperaturspitzen am Fenster und reduziert Heiz Taktung. Besonders spürbar bei Südwest Fassaden und kleinen Räumen.

2. Isolierung mit Aerogel

Das Aerogel Vlies erhöht den Widerstand gegen Kaltluftabfall. Zugerscheinungen vor Einfach oder Altbau Doppelglas nehmen ab, die gefühlte Behaglichkeit steigt um etwa 1 bis 2 K bei gleicher Lufttemperatur.

3. Akustik und Licht

Mit Faltenwurf 1,8 bis 2,2 erreicht der Vorhang eine NRC von etwa 0,45 bis 0,65 im Bereich 500 bis 2 000 Hz. Zudem wird Tageslicht weich gestreut, Reflexblendung auf Bildschirmen sinkt ohne den Raum komplett zu verdunkeln.

Technische Eckdaten auf einen Blick

  • Gewicht: 650 bis 1 100 g pro m2 je nach Ausführung
  • PCM Schmelzbereich: 22 bis 26 °C Wohnen, 18 bis 22 °C Schlafen
  • Thermische Trägheit: 30 bis 45 min bis merkliche Wärmeverlagerung
  • Akustik: Absorptionsklasse C bis D bei Faltenwurf ab 1,8
  • Brandschutz: optional schwer entflammbar nach DIN 4102 B1 je nach Stoffwahl

Vorteile und Grenzen

Aspekt Vorteil Grenze
Wärme Latentwärme puffert Lastspitzen, Aerogel reduziert Zug Keine echte Verglasungs Sanierung, Leistung abhängig von Fläche
Akustik Hallreduktion im Sprachbereich Tieffrequenter Verkehrslärm nur begrenzt gedämpft
Platz Benötigt nur Vorhangtiefe, keine sichtbaren Geräte Faltenwurf vergrößert Wandaufbau um 10 bis 15 cm
Design Viele Texturen und Farben möglich Hohes Flächengewicht erfordert solide Vorhangstange
Wartung Abnehmbar, reinigungsfähig Nicht jede Waschmaschine für dicke Paneele geeignet

Fallstudie Altbau Schlafzimmer 18 m2 in Berlin

  • Ausgangslage: 2 Flügel Fenster 1,4 × 1,6 m, Doppelkasten, nächtlicher Kaltabfall und Straßenhall
  • Lösung: 2 Thermo Akustik Vorhänge 160 × 260 cm, PCM 300 g pro m2, Aerogel 10 mm, Faltenwurf 2,0
  • Messwerte über 4 Wochen Januar
    • Temperaturschwankung am Fensterinnenrand minus 1,8 K
    • Heizenergie Heizkörper Thermostatlog 8 Prozent weniger gegenüber Referenzwoche mit Standardvorhang
    • Nachhallzeit RT60 von 0,62 s auf 0,41 s bei 1 kHz
    • Subjektiv weniger Zuggefühl im Bettbereich

DIY Nähen und Montieren 140 × 250 cm Panel

Materialliste

  1. Dekostoff 160 × 260 cm, dicht gewebt
  2. PCM Einlage 140 × 240 cm, Schmelzbereich passend zum Raum
  3. Aerogel Vlies 140 × 240 cm, 8 bis 10 mm, staubgekapselt
  4. Akustik Futterstoff 140 × 240 cm
  5. Kräuselband oder verdeckte Gleiter, Endlosfaden, Microtex Nadel
  6. Vorhangstange oder Schiene, Dübel, Schrauben

Schritt für Schritt

  1. Kanten des Dekostoffs säumen, oben Kräuselband annähen
  2. PCM Einlage flächig auf Akustik Futter fixieren, punktuell steppen
  3. Aerogel Vlies zwischen Futter und Rückenstoff einlegen, umlaufend mit 2 cm Rand steppen
  4. Komplettpaket links auf links mit Fronttextil verbinden, wenden, Absteppung im Raster 20 × 20 cm zur Stabilisierung
  5. Aufhänger setzen, Probebahnen falten, Faltenwurf 1,8 bis 2,2 einstellen
  6. Schiene montieren, Vorhang einhängen, Bodenfreiheit 1 bis 2 cm

Bauzeit pro Panel etwa 120 min, Materialkosten je nach Stoff 110 bis 180 Euro.

Planung und Dimensionierung

  • Flächenanteil: Vorhangbreite inklusive Falten 1,8 bis 2,2 mal Fensterbreite
  • PCM Auswahl: Wohnräume 22 bis 26 °C, Schlafzimmer 18 bis 22 °C
  • Kapazität abschätzen: PCM 400 g pro m2 liefert grob 35 bis 45 Wh pro m2 latent, ausreichend für abendliche Lastspitzen
  • Wärmebrücken: Seitliches Überdecken 10 bis 15 cm pro Seite reduziert Kaltluftspalten

Pflege, Sicherheit, Gesundheit

  • Pflege: Schonwaschgang 30 °C oder Nassreinigung, Aerogel nur gekapselt verwenden
  • Emissionen: VOC arme Textilien wählen, PCM auf Basis pflanzlicher Fettsäuren verfügbar
  • Brandschutz: Stoffe mit B1 Zertifikat für öffentliche Bereiche, zu Hause auf Abstand zu Heizkörpern achten mindestens 10 cm

Kombination mit Smart Home

  • Fensterkontakt: Bei Lüften Vorhang automatisch aufziehen, Kondensatrisiken sinken
  • Thermostat Szenen: Abends schließen bei Sollwert minus 1 K, morgens zeitversetzt öffnen um Solarwärme zu nutzen
  • Jahreszeiten Profil: Sommer Nachtkühlung plus Tagesschattung, Winter Wärmepuffer

Zukunft Adaptive Textilien

  • Mehrzonen PCM: Streifen mit unterschiedlichen Schmelzpunkten für feinere Kurven
  • Textil Sensorik: Dünne Temperatur und Feuchtesensoren für prädiktive Steuerung
  • Recycling: Lagenaufbau mit vernähten statt verklebten Schichten erleichtert Trennung

Fazit mit Praxis Impuls

PCM Aerogel Vorhänge verwandeln das Fenster in einen leisen Komfort Booster. Sie dämpfen Zug, schlucken Hall und puffern Wärme dort, wo Verluste entstehen. Beginnen Sie mit einem Testpanel am meistgenutzten Fenster, wählen Sie den passenden Schmelzbereich und prüfen Sie nach zwei Wochen Ihr Behaglichkeitsgefühl und den Thermostat Verlauf. Wer Wirkung spürt, skaliert auf weitere Räume.